Home News Archiv Besuch südwestdeutscher Nagelkreuzzentren im März 2008

Auf unserer Seite...

fensterbild_2_175.jpg
Besuch südwestdeutscher Nagelkreuzzentren im März 2008 PDF Drucken
Geschrieben von: Hartmut Ebmeier   
Aus dem Freundesbrief Sommer 2008

Vom 6.-17.März 2008 besuchte ich mit meiner Frau fünf Zentren in Südwestdeutschland:
In Mainz ging es um den Fortbestand des Nagelkreuzzentrums „Gossner - Haus Mainz Arbeitswelt und Gerechtigkeit e.V.“
Nachdem die 1971 mit dem Nagelkreuz ausgezeichnete Arbeit der Gossner Mission Mainz im Jahr 2000 von der Missionszentrale in Berlin beendet und das Haus zum „Zentrum für gesellschaftliche Verantwortung der EKHN“ wurde, hatten ehemalige Mitarbeiter und Teilnehmer am „Seminar für kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft“ den Gossner-Haus-Verein gegründet, um den praktischen und theologischen Ansatz dieser Arbeit nicht verloren gehen zu lassen.
Der Verein verstand sich bei seiner Gründung in der Tradition der Nagelkreuzgemeinschaft stehend und führt deshalb bis heute das Nagelkreuz im Logo.
Da es aber zur Zeit keine die Lebensregel gemeinsam praktizierende Gruppe mehr gibt und auch das Nagelkreuz unauffindbar ist, wird der Vorstand des Vereins darüber zu beraten haben, ob er weiterhin Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft bleiben und in der Liste der Nagelkreuzzentren geführt werden möchte.
In Mannheim lernten wir das dortige Nagelkreuzzentrum Citykirche Konkordien und Pfarrerin Ilka Sobottke kennen. Die Aktivitäten „Vesperkirche“ und Meile der Religionen beeindruckten uns sehr.
Während der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit erinnerte eine Ansprache zum 60.Jahrestag der Staatsgründung bei aller Freude über das Wunder der „Auferstehung“ Israels als staatliche Gemeinschaft auch an die bleibende Aufgabe des noch ausstehenden Friedens zwischen Israels und den Palästinensern, für den beide Seiten schmerzliche Zugeständnisse werden machen müssen. Dieser Vortrag und auch die Mitgliedschaft der Citykirche in der Christlich Islamischen Gesellschaft (CIG) ließ mich darüber nach-denken, ob und wie wir uns als Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland am Gespräch mit dem Islam und am Nachdenken über unser Verhältnis zu Israel und zu Palästina gemäß unserer Lebensregel beteiligen können.
Dritte Station war die Evangelische Tagungsstätte Löwenstein. Aus den Gesprächen mit Pfr.Häusinger nahm ich die Fragen mit, ob wir als CCN/D in Zusammenarbeit mit Vermittlern von Freiwilligen Sozialen Jahren und Nagelkreuzzentren in der weiten Welt jungen Menschen helfen können, Erfahrungen mit dem Thema Versöhnung zu machen. Und wie arbeiten wir weiter an einer „common identity“?
Der Besuch des Nagelkreuzzenrum Evangelisches Paul-Distelbarth-Gymnasium Obersulm zeigte uns die Verwurzelung des Nagelkreuzes sowohl im Lehrerkollegium als auch in der Schülerschaft. Der Unterricht beginnt am Montag und endet am Freitag in allen Klassen mit der auswendig gebeteten Versöhnungsliturgie. Ein gutes Beispiel, wie man Gedanken von Versöhnung, Feindesliebe und Gewaltlosigkeit unter jungen Menschen vermitteln kann. Dem Direktor wünschten wir Gottes Segen für die Arbeit.
Ein Besuch der Kilianskirche zu Heilbronn erbrachte den Antrag auf Überreichung eines Nagelkreuzes und Aufnahme in unsere Gemeinschaft.
Am Schluss unserer Reise besuchten wir das „Nagelkreuzzentrum Würzburg“.
In der Marienkapelle wurde das Wandernagelkreuz von der Christophorus -Gesellschaft, die es 2007 unter dem Thema „Versöhnung leben – antworten auf soziale Nöte unserer Gesellschaft“ in ihrer Mitte hatte, an die Ökumenische Nagelkreuzinitiative zurück-gegeben.
An einem Gespräch mit Mitgliedern der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg nahm auch Herr Roland Ganninger vom Nagelkreuzzentrum Stadtkirche Pforzheim teil. Er berichtete von von der Übergabe des Nagelkreuzes aus der Stadtkirche an das Rathaus der Stadt Pforzheim, wo es für einige Zeit im Foyer des Rathauses in einer Stadt für die Versöhnung wirbt, die zu 90 Prozent von englischen Bomben zerstört worden war.
Die Jugendkantorei Pforzheim besucht die Kathedrale von Coventry und singt mit dem Chor der Kathedrale im Evensong am Mittwoch nach Pfingsten.
Nach einer Feier an der „Gedenkstätte 16.März 1945“ wurde das Wandernagelkreuz Würzburg dann unter dem Motto „Versöhnung leben – Grenzen überschreiten“ an die außerhalb Würzburgs liegenden Kirchengemeinden Höchberg, Hettstadt und Waldbüttelbrunn weiter gegeben.
In Höchberg angekommen wurde es unter dem Thema „Versöhnung – eine Aufgabe für uns alle“ vor einer großen Menschenmenge aus Jung und Alt an Bürgermeister und Landrat weitergegeben. Schulkinder ließen dabei Luftballons mit selbstgemachten Friedens- und Versöhnungstexten in den Himmel steigen.
Unter Glockengeläut wurde das Kreuz dann weitergetragen zur kath. Kirchengemeinde St.Norbert, wo mit den Worten „Versöhnung leben – Frieden stiften“ durch den Dekan willkommen geheißen wurde.
Die letzte Station des Versöhnungsweges war das Bonhoeffer-Gemeindehaus der Evgl. Kirchengemeinde Höchstatt, wo die große Gemeinde in das von Jugendlichen gebetet Versöhnungsgebet mit ihrem „Vater vergib“ einstimmte.
Allen Würzburger Mitgliedern unsere Hochachtung und unseren Dank für eine immer wieder gelingende „Verortung“ des Nagelkreuzes und seines Geistes.
Nach einem Konzert in der Augustinerkirche bildete dann das Mahnläuten aller Glocken von Würzburg einen eindrücklichen Abschluss unserer Reise.
Hartmut Ebmeier
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 29. April 2008 um 11:11 Uhr
 

aktualisierte Infobroschüre und Freundesbrief

Der neue Freundesbrief 2012_01 ist als PDF zum Download bereit. Alle älteren Freundesbriefe finden Sie hier.

Die aktualisierte Infobroschüre der Nagelkreuzgemeinschaft steht jetzt HIER zum Download bereit (Stand 11/2009)

Wer ist online

Wir haben 3 Gäste online