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Lidice (Prag) - 10jähriges Bestehen des Hauses „Oase“ |
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Geschrieben von: Administrator
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Am 28./29.November 2008 nahm ich mit Can.em. Dr. Paul Oestreicher in Lidice in der Nähe von Prag an einem Seminar zum 10jährigen Bestehen des Hauses „Oase“ teil, einem von den beiden Kirchen und der Gemeinde Lidice getragen sozialen, kulturellen und geistlichen Begegnungszentrums mit angeschlossener Wohneinheit für 12 ältere Menschen. Als Deutschem fiel es mir nicht leicht zu reden in einem Ort, der nach dem Attentat auf „Reichsprotektor“ Heydrich als Ort der Rache dem Erdboden gleich gemacht, dessen männliche Bewohner ab 15 Jahren erschossen, dessen Frauen von ihren Kindern getrennt und ins KZ Ravensbrück gebracht und dessen nicht „germanisierungsfähigen“ Kinder vergast wurden. „Versöhnung als der Weg in die Zukunft“ war das mir gestellte Thema. Da das Geheimnis der Versöhnung die Erinnerung ist, wird es darum immer wieder heißen müssen „Memento Lidice“. Unserer Versöhnungsliturgie folgend habe ich an die stetige Bitte „Vater vergib“ erinnert und daran, dass nur diese Bitte kann bei uns allen verhindern kann, dass die Schuld der Vergangenheit die Gegenwart lähmt und eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht. Gemeinsam darauf trauend, dass das Kreuz nicht nur Zeichen von Schuld und Tod ist, sondern auch Zeichen von Vergebung und neuem Leben, können Deutsche und Tschechen über den Schrecken und die Schuld der Vergangenheit hinweg versuchen, die Gegenwart in der Kraft der Vergebung zu gewinnen und als mit Gott und miteinander versöhnte Menschen den Weg in eine gemeinsame Zukunft bahnen. Ich war froh, dass ich mich bei meiner Vorbereitung auf das von der EKD und der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder schon vor 10 Jahren herausgegebene Buch stützen könnte „Der trennende Zaum ist abgebrochen“, in welchem schon gegangene Schritte auf dem Weg der Versöhnung zwischen beiden Völkern beschrieben sind.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 05. Dezember 2008 um 22:10 Uhr |