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20 Jahre Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V. Drucken

UNSERE ANFÄNGE

Vor 20 Jahren trafen sich vom 11.-15. Februar 1991 im Diakonissen-Mutterhaus in Dresden erstmals Vertreter der damals existierenden deutschen neunzehn Nagelkreuzzentren sowie deutsche Einzelmitglieder der Community of Cross of Nails of Coventr

In Zusammenarbeit mit Heather Wallace, die sich seit 1990 verstärkt um die Verbindungen innerhalb der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft bemühte, dem damaligen Provost John Petty, dem Director of International Ministry Paul Oestreicher und Companion Schwester Edith Haufe hatte Rektor Fink aus Dresden zu dieser Tagung eingeladen, an deren Ende allen klar war, dass man miteinander die Gründungsversammlung der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland erlebt hatte.

Provost Petty gab damals der neu entstehenden Gemeinschaft die Aufgabe mit auf den Weg, sich als „Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland“ um die Versöhnungsarbeit „im Geiste Coventrys“ in Osteuropa zu bemühen. Die konstituierende Sitzung des ersten Leitungskreises und des Vorstandes fand statt am 30.April/1.Mai 1991 in Darmstadt. Das beim Amtsgericht in Berlin – Charlottenburg zur Eintragung ins Vereinsregister vorzulegende formelle Gründungsprotokoll der „Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland“ wurde dann am 7. November 1992 in Cottbus verfasst.

Den ersten offiziellen Vorstand bildeten Pfr.i.R. Karl-Anton Hagedorn aus Münster, Pfr. Helmut Gröpler aus Cottbus, Frau Hannelore Schüller aus Nürnberg sowie Militärpfarrer Herbert Tratz aus Graben. Weitere Mitglieder des Leitungskreises waren Schwester Edith Haufe aus Dresden, Pfr. Manfred Knodt und aus Darmstadt, Hauptpastor Peter Stolt und Herrn Peter Voigt aus Hamburg, Pfr.Klaus Herold aus Halle /Saale, Pfr.Hartmut Köllner aus Meschede sowie Pfr. Friedrich Petersen aus Kiel. 

UNSERE BEZIEHUNGEN ZU COVENTRY
Unsere Beziehungen zu Coventry pflegen wir seit unserer Gründung durch die Einladung der jeweiligen Leiter des Internationalen Dienstes. In den Anfangsjahren war Paul Oestreicher steter Gast der Leitungskreissitzungen, später war es manchmal dessen Nachfolger Canon Andrew White, der jedoch meistens durch die in Coventry tätigen bayrischen Pfarrer vertreten wurde. Dies hatte den Vorteil, dass Joachim von Koelichen, Dr.Oliver Schuegraf und Henriette von Ruepprecht wie einst Paul Oestreicher nicht übersetzt werden mussten.

Derzeit gibt es keinen bayrischen Pfarrer mehr in Coventry, doch für ein Jahr hatten wir in Martin Groenwoldt aus dem Nagelkreuzzentrum Kiel einen deutschsprachigen Praktikanten in Coventry, und wir hoffen, bald über „Aktion Sühnezeichen – Friedensdienste“ erneut einen deutschsprachigen Mitarbeiter an der Kathedrale zu haben. Unser finanzieller Beitrag wird in der Refinanzierung des durch die Kathedrale zu zahlenden Taschengeld bestehe

Seit 2006 finden am Wochenende vor oder nach dem St.Michaelstag (29. September) im Rahmen des Patronatsfestes der Kathedrale „Repräsentantentreffen“ statt, auf denen sich die Vertreter der nationalen Nagelkreuzgemeinschaften in Nordamerika, Deutschland und dem Vereinigten Königreich sowie ein Vertreter der Gemeinschaften in Western Cape/Südafrika, Osteuropa und Nigeria zum Gedankenaustausch und zur Planung der weltweiten Nagelkreuzarbeit treffen. Die Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland übernimmt dabei derzeit schwerpunktmäßig die Reisekosten der Vertreter aus Afrika und Osteuropa.

Kontakte zur Nagelkreuzgemeinschaft in Nordamerika wurden gepflegt durch gegenseitige Besuche der jeweiligen Mitgliederversammlungen. Dean James Diamond ist hier zu nennen, der um seiner Verdienste um die gegenseitige Kenntnisnahme 2009 mit der Ehrenmitgliedschaft in der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland bedacht wurde. Die gleiche Ehrung widerfuhr auch Canon emeritus Dr. Paul Oestreicher, der zum Entstehen unserer Gemeinschaft Entscheidendes beigetragen hat.

Große Internationale Nagelkreuzkonferenzen gab es 1992 in der Benediktinerabtei Ottobeuren zum Thema „Das Aufbrechen des Fundamentalismus in den Religionen und seine Folgerungen“, organisiert von der Nagelkreuzgemeinschaft in den USA. Vom Vorstand der Nagelkreuzgemeinschaft nahmen daran Schwester Edith Haufe und Pfr. K.-A.Hagedorn daran teil, letzterer tat das als Referent abermals bei der Islamkonferenz der CCN/USA im Jahr 2001.

An den in Coventry stattfindenden Konferenzen 1998, 2000 und 2004 nahmen neben deutschen Vertretern auch Teilnehmer aus unseren osteuropäischen Partnerzentren teil, an deren Reisekosten wir uns beteiligten.

 

PARTNERSCHAFT MIT OSTEUROPA
In der Gremienarbeit der Jahre bis 1995 beschäftigte man sich schwerpunktmäßig mit der Formulierung der Lebensregel „Erneuerung durch Versöhnung“, mit der weiteren Präzisierung der Satzung, mit der Gewinnung weiterer Mitglieder sowie mit der Partnerfindung in Osteuropa.

Nach persönlichen Besuchen und einem Workcamp deutscher und slowakischer Jugendlicher in Modra im Sommer 1996 ( hier wurde der Antrag auf Überreichung eines Nagelkreuzes gestellt), gelang es im Mai 1998 dann endlich, ein Nagelkreuz nach Modra zu bringen und dort unser erstes Partnerzentrum mit einer Vorstandssitzung zu eröffnen. In persönlicher und gemeindlicher Beziehungsarbeit wurde das Nagelkreuz dann im Lauf der Jahre in weitere Gemeinden und Institutionen Mittel- und Osteuropas gebracht: Initiiert durch Pfr.Gröpler konnte im Jahr 2000 ein Nagelkreuz in die „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ nach Krzyzowa/Kreisau/Polen gebracht werden und 2001 durch Vermittlung von Pfr.Paul aus Münster in die „Internationales Bildungs- und Begegnungsstätte“(IBB) nach Minsk / Weißrussland. Durch die Bemühungen unseres Mitgliedes Frank Roth fand es 2007seinen Weg in den Verein „Copiii Europei e.V. (Kinder Europas)“ nach Dacia/Stein/Rumänien und im November 2008 gelang es Pfr.K.A.Hagedorn endlich, das Nagelkreuz in die „Evangelical Church Mostar“ in Bosnien/Herzegowina zu bringen. Nachdem er seit 1993 durch die politischen Umstände bedingt vergeblich versucht hatte, einen Neubau eines Gemeinde- und Begegnungszentrums mitzufinanzieren, fand das Kreuz nun seinen Platz im „alten“ Gemeindehaus der dortigen Gemeinde.

Durch die langjährige Partnerschaft des Nagelkreuzzentrums St.Katharinen Hamburg mit der Evgl.Luth.St.Katharinen Kirche in St.Petersburg fand das Nagelkreuz 2010 dann auch seinen Weg auf die Wassilijhalbinsel. Und im „Jubiläumsjahr“ 2011 wird das Bemühen des Nagelkreuzzentrums St.Nikolai in Kiel mit der Überreichung des Nagelkreuzes am 8.Mai an die Propsteikirche in Kaliningrad/Königsberg gekrönt. Und im Rahmen der Osteuropakonferenz wird am 3.Juli 2011 die Versöhnungsarbeit der Evgl.Augsburgische Kirchengemeinde Lublin mit dem Nagelkreuz gewürdigt. Im „Wartestand“.befinden sich noch die Evangelischen Gemeinden in Odessa/Ukraine und Belgrad/Serbien. Mit den Zentren in Prag, Tiflis und Sibiu/Hermannstadt sind wir über die „Osteuropakonferenz verbunden. Diese wurde im Jahr 2007 von der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland als ein Ort der Begegnung und der gegenseitigen Stärkung initiiert und fand bisher in zweijährigem Turnus in Kreisau und Modra statt. Die nächste wird in 2011 in Lublin sein. Die Finanzierung dieser Treffen liegt weitgehend in Händen der Nagelkreuzgemeinschaft.

MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN
In den ersten Jahren wurden die Mitglieder vom Leitungskreis zu Ökumenischen Studientagen nach Josefstal eingeladen. Auf der ersten satzungsgemäßen Mitgliederversammlung wurde dann im Oktober 1995 im St.Michaelshaus in Rossbach bei Naumburg beschlossen, sich nicht allein satzungsgemäß alle vier Jahre zu treffen, sondern alle zwei Jahre zu Mitgliederversammlungen einzuladen, die neben der thematischen Arbeit auch dem Kennenlernen der jeweiligen Zentren und den persönlichen Beziehungen untereinander dienen sollten. Sie fanden statt 
  • in der Benediktinerabtei Ottobeuren (1997)
  • im Haus Nordhelle (1999) mit den Themenschwerpunkten: „Seelsorge unter Soldaten“ – „Leipzig 10 Jahre nach der Wende“ – „Gewaltexplosion unter jungen Leuten“
  • in Kohren-Sahlis (2001)
  • in Nürnberg (2003) mit dem Themenschwerpunkt „Faszination und Gewalt – die Ausstellung auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände“
  • in Löwenstein (2005) mit dem Schwerpunkt „Unsere Strategie für die nächsten Jahre“, in Dresden (2007)
  • auf dem Schwanberg (2009) „Ora et labora – unsere benediktinische Wurzeln“
  • in 2011 im Augustinerkloster zu Erfurt mit dem Schwerpunkt „Die Aufgaben der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft“.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Aus den ersten seit 1992 von Pfr.Hagedorn zur gegenseitigen Information verschickten Freundesbriefen wurde 1996 der 16seitige und zweimal im Jahr durch Annegret Seyfang in Lübeck versandte „Freundesbrief“, der nunmehr - seit 2008 im erneuerten Layout - im 16. Jahrgang erscheint.

Neben den Freundesbrief trat mit den Jahren der „Flyer“, der von den Zentren zum Selbstkostenpreis von 7 Cent erworben werden kann. Er dient der ersten kurzen Information über unsere Gemeinschaft und ist bestimmt zur Auslage in den Zentren oder zum Verteilen auf Veranstaltungen wie z.B. den Kirchentagen. Neben die Printmedien trat dann auch unser Internetauftritt unter www.nagelkreuzgemeinschaft.de Als ein Zeichen von „Common Identity“ wurde auf Anregung aus Löwenstein dann im Jahr 2009 der „Nagelkreuz-Schal“ in Coventry-Rot geschaffen, der von den Verantwortliche in den Zentren und von den Mitgliedern des Leitungskreises bei öffentlichen Auftritten getragen werden kann.

Einer genaueren Beschreibung der Geschichte des Nagelkreuzes und der Nagelkreuzgemeinschaft dienen seit 1992 das Buch von Helmut Gröpler „Die Engel hielten den Atem an – Das Nagelkreuz von Coventry – Geschichte und Geschichten“ sowie ab 2008 das Buch von Dr.Oliver Schuegraf „ Vergebt einander wie Christus euch vergeben hat“ . Tausend Exemplare in englischer Übersetzung sollen der Kathedrale von Coventry zum 50jährigen Jubiläum im Jahr 2012 als Geschenk übergeben werden.

Seit Beginn unserer Gemeinschaft haben wir mit einem Marktstand an Evangelischen Kirchentagen und an Katholikentagen teilgenommen. Es begann mit dem Kirchentag 1991 im Ruhrgebiet und wird mit dem Stand im Juni auf dem Kirchentag in Dresden sicher nicht enden. Mit dem Zusammenfügen kleiner Nagelkreuze gelang es uns am Stand immer wieder, gerade junge Menschen mit diesem Symbol der Versöhnung bekannt zu machen.

NAGELKREUZZENTREN

Dass das Nagelkreuz durch die Jahre hindurch ein ansprechendes Symbol für die Versöhnung unter den Völkern geblieben ist, erfuhren wir immer wieder dadurch, dass sich jedes Jahr neue Gemeinden um eine Mitgliedschaft beworben haben, sodass die Zahl unserer Zentren von 19 im Jahr 1991 auf mittlerweile 57 am Ende des Jahres 2011 angestiegen sein wird, nicht mitgezählt die anglikanische Kirche und Gemeinde St.Georges in Berlin, die als Zentrum von einer Mitgliedschaft in der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland abgesehen hat. Von Beginn an hat der Leitungskreis auf Kriterien geachtet, die ein Antragsteller zu erfüllen hatte, um seinen Antrag auf Mitgliedschaft positiv beantworten zu können. Es wurde und wird nach Menschen gefragt, die sich dem Gedanken der Versöhnung verpflichtet wissen, die „im Geiste Coventrys“ für die Versöhnung unter den Menschen und Völkern gewirkt haben und wirken wollen und die im Gebet füreinander und für Versöhnung und Frieden in der Welt eintreten wollen. Das regelmäßige Einstimmen in das Versöhnungsgebet von Coventry wurde und wird dabei als ein Zeichen der Verbundenheit mit der Kathedrale erachtet. Und ein neues Mitglied soll letztendlich auch bereit ist, sich an den Lasten der Gemeinschaft zu beteiligen.

Um der Ehrlichkeit willen muss im Blick auf unsere Zentren auch gesagt werden, dass nicht aus allen Pflanzen große Bäume wurden und ehemals große Baume auch abzusterben drohen.

Seit 2010 sind alle Bewerber gebeten, im Prozess der Verleihung eines Nagelkreuzes eine „Pilgerfahrt“ nach Coventry zu unternehmen, um sich kennen zu lernen und um etwas von den gegenseitigen Erwartungen zu erfahren. Im September 2010 nahmen an der ersten Fahrt Vertreter aus Lublin, Kaliningrad Sachsenheim, Witten-Annen und Hanau teil, im März 2011 „pilgerten“ Bewerber aus Kloster Stift Heiligengrabe und Rheydt sowie aus Belgrad/Serbien und aus Wiener - Neustadt/Österreich nach Coventry.

WANDERNAGELKREUZ
Im Jahr 2001 begann in Würzburg die Zeit des „Wandernagelkreuzes“ , das dort, ökumenisch verankert, bereits 10 Gastorte in jährlichem Wechsel besucht hat, darunter eine Justizvollzugsanstalt, ein Körperbehinderten -Zentrum und das soziale Netzwerk der Ökumenischen Christophorus-Gesellschaft. Wandernagelkreuze haben wir mittlerweile in Pforzheim und auf der Insel Usedom, wo es im Jahr 2010 auch in den heute polnischen Teil der Insel wanderte : nach Swinoujscie / Swinemünde.

 

 

 

EINZELMITGLIEDER
Die Zahl unserer Einzelmitglieder stieg von 25 in 1993 auf 131 in 2011, wobei die meisten von unserer Gemeinschaft durch einen Besuch der Kathedrale in Coventry oder durch Besuche in deutschen Zentren erfuhren.
 
NAGELKREUZORTE
Neben den bald 57 Nagelkreuzzentren haben Nagelkreuze aus Coventry als Zeichen der Versöhnung außerdem einen Ort gefunden ... ..im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt in Berlin – dort befindet sich das Nagelkreuz, welches von Königinmutter Elisabeth im Gottesdienst zum Gedenken an den 5o.Jahrestag der Zerstörung Coventrys im Jahr 1990 an Herrn Bundespräsidenten von Weizsäcker übergeben wurde, ..in der Stiftung Konrad-Adenauer-Haus in Bonn, ..im Historisch-Technischen Museum in Peenemünde – dieses Kreuz wurde übergeben anlässlich der Aufführung des „War Requiem“ von Benjamin Britten durch den Chor der Kathedrale von Coventry, ..in der Universität zu Kiel, einst dem Rektor der Universität überreicht.
 
JUGENDARBEIT
Während der Konferenz im Jahr 2000 bekamen wir aufgrund eigener Erfahrungen in Internationaler Begegnungsarbeit von Canon White den Auftrag, internationale Jugendkonferenzen zu veranstalten, deren erste 2002 im Haus Nordhelle bei Meinerzhagen stattfand. Die zweite führte uns 2006 nach Kapstadt und die dritte 2009 nach Kreisau/Krzyzowa/ Polen. Die nächste wird im Zusammenhang des Jubiläumsjahres 2012 in Coventry stattfinden. Als Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland sahen wir neben der planerischen und organisatorischen Aufgaben unsere Verpflichtung auch darin, Jugendlichen aus Osteuropa und Afrika die Teilnahme finanziell zu ermöglichen. Ein Großteil unserer finanziellen Mittel dient somit der Ermöglichung von Kontakten unter den Menschen verschiedener Völker und damit direkt und indirekt der Versöhnung unter den Völkern – denn ihr Weg läuft immer über persönliche Begegnungen.
 
COMPANIONS
Seit den 70er Jahren wurden von der Kathedrale “Companions of the Order of the Cross of Nails”, jetzt : “of the Community of the Cross of Nails” berufen. In Deutschland sind dies derzeit:
  • Pfarrer i.R. Hartmut Ebmeier, früher Herscheid, Deutschland
  • Pfarrer i.R. Karl Anton Hagedorn, Münster, Deutschland
  • Schwester Edith Haufe, Dresden, Deutschland 
  • Sup.i.R. Martin Hueneke, Bad Iburg, Deutschland
  • Pfarrer.i.R. Dr. Werner Krätschell, Berlin, Deutschland
  • Frau Hannelore Schüller, Nürnberg, Deutschland

Mit einer Ernennung zum Companion wird zum einen der Einsatz der Person für die Versöhnung im Rahmen der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft gewürdigt und zum anderen erwartet, dass man weltweiter Vertreter und Botschafter der Nagelkreuzgemeinschaft ist und bleibt.

Neben der „Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V.“ wurde in den 90er Jahren auch das „Versöhnungswerk der Kathedrale von Coventry“ gegründet, das seinen Hauptzweck in zwölf Jahren darin sah, nach dem Zusammenbruch der Finanzen der englischen Kirche und damit auch der Kathedrale von Coventry das Wirken von Paul Oestreicher als Leiter des Internationalen Versöhnungs-dienstes von Coventry zu finanzieren. Nach dessen Ausscheiden im Jahr 1997 erfolgte unter seinem Nachfolger Canon Andrew White eine enorme Ausdehnung der internationale Kriseninterventionsarbeit. Leider ging dabei in jenen Jahren die Anbindung an die örtliche Kathedral-gemeinde in Coventry als auch die Pflege der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft zurück. Der durch die Arbeit des ICR („International Centre of Reconciliation“) enorm gestiegene Kostenaufwand war mit der Zeit nicht mehr zu decken und die Arbeit musste zurückgefahren werden. 

Nach dem bedauerlichen finanziellen Zusammenbruch des ICR im Jahre 2005 und dem Ausscheiden von Canon White unterstützt die Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland derzeit seinen Nachfolger Canon David Porter in seinem Bemühen, den Versöhnungsdienst der Kathedrale vor Ort, in der Diözese und im Rahmen der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft auch weltweit zu stärken.

BESUCHSDIENST
Das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit der einzelnen Zentren in Deutschland versuchte in den letzen Jahren der derzeitige Vorsitzende durch Besuche in den Regionen zu stärken. Sein Besuch in 30 Zentren sollte gleichzeitig ein Zeichen der Wertschätzung der jeweiligen Arbeit in den Zentren sein. Leitungskreis und Vorstandes erhoffen sich für die Arbeit in den kommenden Jahren gute Hinweise aus der Auswertung der Fragebogenaktion des vergangenen Jahres . Bei der mittlerweile erfreulich großen Anzahl von Nagelkreuzzentren wird eine gewisse Regionalisierung der Arbeit zu bedenken sein.

In Rückblich und in Vorausschau dürfen wir einerseits miteinander dankbar sein für das Wachsen unserer Gemeinschaft und für den vielfältigen Dienst der Versöhnung, der in unseren Zentren im Gehorsam gegenüber dem Auftrag Gottes geleistet wird, denn „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“(2.Kor.5, 19 f.)

Und zum anderen dürfen wir darauf vertrauen, dass „es Gott wohlgefallen hat, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle; wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel.“ (Kol.1,18-23)

Hartmut Ebmeier , Pfr.i.R.
(Vorsitzender der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland von 1999-2011)

 

 

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